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TRANSP:OPAQUE
LOCATION:Studierendenhaus Campus Bockenheim\nJügelstraße 1\n60325 Frankfu
 rt
SUMMARY:Moral
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DESCRIPTION:<p>Dass es der Welt an Moral fehlt\, meint eigentlich jeder. Oh
 ne Not Teilzeitarbeitende\, die sich vor flei&szlig\;iger Arbeit f&uuml\;r
  das Allgemeinwohl dr&uuml\;cken und stattdessen ihrem Lifestyle fr&ouml\;
 nen\; Polizisten\, die zu hart vorgehen\; Manager\, die mit Massenentlassu
 ngen den shareholder value ihrer Firmen steigern\; bestens versorgte Polit
 iker\, die dem kleinen Mann die Rente zusammenstreichen\, bis hin zu den a
 kademischen Doppelverdienern\, die keine Kinder machen &ndash\; lauter Dok
 umente des umfassenden Mangels an Gemeinsinn\, Pflichtgef&uuml\;hl\, Mensc
 hlichkeit. In diesem Versagen fast aller Mitmenschen vor den Ma&szlig\;st&
 auml\;ben des Guten haben die Mitglieder der b&uuml\;rgerlichen Gesellscha
 ft die fertige\, stets abrufbare und auf alles anwendbare Erkl&auml\;rung 
 f&uuml\;r die sozialen und zwischenmenschlichen Ekelhaftigkeiten\, die sie
  erleben m&uuml\;ssen. W&auml\;ren nur alle so tugendhaft und verantwortli
 ch\, wie sie sollten\, w&auml\;re die Welt in Ordnung\, und jeder bek&auml
 \;me\, was ihm zusteht.</p>\n\n<p>Dass es ihm selbst an Moral fehlt\, mein
 t eigentlich kaum jemand. Man h&auml\;lt sich ja an die Gesetze\, zahlt St
 euern\, studiert oder tut in Beruf und Familie seine Pflicht\, &uuml\;bt R
 &uuml\;cksicht auf andere\, engagiert sich manchmal sogar f&uuml\;r die Um
 welt und spendet f&uuml\;r die Armen. Eigen- und Fremdeinsch&auml\;tzung w
 eichen da ziemlich voneinander ab. Ein jeder sieht sich von Egoisten\, Abz
 ockern\, Lumpen umgeben und kennt vor allem einen Rechtschaffenen: sich. M
 it diesem Bewusstsein verstehen sich die Menschen als &ndash\; wertvolle &
 ndash\; Mitglieder der b&uuml\;rgerlichen Gesellschaft und sehen sich zum 
 W&auml\;chter &uuml\;ber das korrekte Betragen ihrer Mitmenschen berufen. 
 Das selbst bringt jede Menge Feindseligkeit unter die Leute.</p>\n\n<p>Uns
 ere These: Die Welt krankt keineswegs an zu wenig Moral\; eher schon an zu
  viel.<br />\nDas moralische Denken ist das gr&ouml\;&szlig\;te Hindernis 
 f&uuml\;r eine objektive Beurteilung der Gesellschaft\, der es entspringt\
 , und der eigenen und fremden Interessen\, die sie erzwingt. Darum stellen
  wir die Moral &ndash\; an der alles und jeder sich stets messen lassen m&
 uuml\;ssen &ndash\; einmal selbst auf den Pr&uuml\;fstand.</p>
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